Smile
Es war jetzt längere Zeit sehr ruhig hier. Bewusst habe ich mit der Welt wenig geteilt, da es wenig zu teilen gab. Das Leben allerdings war so freundlich mir eine Lektion in Sachen Vertrauen und Loyalität zu erteilen, wodurch mir die Augen geöffnet wurden.
Seit nunmehr fast neun Jahren das erste Mal wieder beschreite ich den Weg ohne einen Weggefährten - und es fühlt sich gut an.
Viel zu oft verlieren wir uns im gegebenen Zustand und nehmen ihn hin, von Tag zu Tag. Sich an durch die Situation sinnvoll klingende Ausreden klammernd, ersuchen wir die Möglichkeit uns selbst zu beruhigen um den nächsen Tag zu sehen.
Ich sage : Regt euch auf! Lernt daraus und brecht aus aus dem was euch einsperrt. Nur ihr haltet euch auf, damit es besser wird muss es erst schlechter werden.
Lange genug für andere gelebt, Zeit selbst zu leben.

Scrula am 14.05.2015
Disproportion
Unverhältnismäßigkeit.
Sie schlägt mir in so vielem entgegen, dass mir mittlerweile beinahe schlecht wird davon.

Wozu unverschämte Mengen an Ressourcen in ein Werk stecken, wenn es ausreicht kaum etwas dafür zu tun und sogar mehr rauszubekommen als der, der so unheimlich viel investiert?

Das simple Prinzip "Viel tun - viel erhalten" greift schon lange nicht mehr. Erst recht nicht, wenn es sogar Hilfe von aussen gibt und dennoch die erhofften Ergebnisse geckernd nur bei den ständig anderen zu sehen sind, doch nie bei einem selbst.

Muss man einfacher denken?
"Einfacher" sein?

Oder nur auf der richtigen Seite stehen und der Rest kommt schon von ganz allein? Die Gleichheit von der so viele so überzeugt predigen ist nichts weiter als eine schöne Lüge um sich den Alltag nicht mit Trübsal zu beschweren. Manche haben einfach nur mehr Glück diese Welt auf eine ganz bestimmte Weise zu betreten als andere. Denn genau da hört diese geheuchelte Gleichheit schon auf.

Wir alle brauchen Luft. Da sind wir gleich.
Egal ob bürgerlich, ob militant - egal ob weiß oder schwarz.
Dennoch, sobald man auch nur den kleinsten Hauch "anderer" Luft als der Rest atmet, ist es hinfällig wie man auftritt. Militant, bürgerlich? Was macht das schon - ihnen ist es nicht Recht, ganz gleich was getan wird. Wie zuvorkommend und höflich man sich gibt.

Ganz besonders dann, wenn der Sauerstoff dazu genutzt wird, das Denken zu ermöglichen, welches einem anderen Zeitgeist entspricht als dem ihren.

Scrula am 24.11.2014
Vom Stahlarbeiter zum Geschäftsmann. Mit Scrula am Set.
"Ton?" "Läuft." Dazwischen etwas hektisches auf Chinesisch. "Action!"
Und schon rollte wunderbar leise der luxuriöse Benz mit Scrula auf dem Rücksitz das vierte Mal vor die für den Dreh umgebaute Siemenskullise in Duisburg.
Filmluft schnuppern. Und das noch im internationalen Rahmen.

"Phoenix", das ist ein Film von Xu Geng, welcher wohl erst in einigen Jahren offiziell in Deutschland zu sehen sein wird. Zunächst liegt der Fokus darauf, ihn in China auf die Leinwand zu bringen. Kurzgefasst dreht es sich um die Schließung des namensgebenden Stahlwerkes "Phoenix" in Dortmund, welches 2000 von China aufgekauft wurde und dann im eigenen Land neu hochgezogen wurde. Protagonist ist ein chinesischer Arbeiter, der den Abbau und die Schließung leiten soll, dabei allerdings so seine Probleme mit dem deutschen Klima und den Kollegen bekommt.

Ursprünglich war meine Rolle die eines einfachen Stahlarbeiters, der demonstriert. Da fing es schon an. Mein Kleiderschrank verfügt über genau ein halbwegs "normales" Outfit. Und das sieht nicht mal in Ansätzen nach Stahlarbeiter aus.
(Wobei ich das Wort normal scheue. Normal ist die gewohnte Umgebung des Betrachters.)
Praktischerweise war das Kostüm so nett, mir etwas zur Seite zu stellen. Der größte Teil besteht am Set aus Warten. Warten auf deinen Einsatz. Vorher noch einmal die Requisiten prüfen. Bilder für die Dokumentation machen lassen. Wer trägt was, wem wurden weitere Requisiten gegeben? Alles notiert und festgehalten. Nicht das noch jemand mit seinem Transparent die Heimreise antritt.
Kurz bevor es für mich und meine bis dahin gefundene gute Gesellschaft in Form von Hans Kirschbaum, der mir als eine Art Veteran eine Menge geholfen hat bei diesem meinem ersten Mal, und Frank Wennmann losging hieß es "Der da hat nen Jacket!". Nach einigem Gezerre an meinem Arm fand ich mich vor der Kostümbildnerin wieder. Genau das, weshalb man mich holte fehlte allerdings, das Jacket. Anzughose, Schuhe und Hemd hatte ich. Reichte ihnen offensichtlich dennoch. Also wieder raus aus den Stahlarbeiter-Klamotten und rein in meine eigenen.
Eines habe ich gelernt. Oft muss es eben schnell gehen. Und wenn du flexibel bist, ist es umso besser.

Gelohnt hat es sich definitiv. Die Chance zu erhalten, die mir sonst zuvor oft nicht gegönnt war, fühlte sich gut an. Dieses Mal endlich Glück gehabt, so durfte ich mit vor der Kamera stehen und spielen. Wundervoll, wenn es denn mal klappt.

Ganz abgesehen von der wunderbaren Erfahrung habe ich aber ebenso einige neue Bekanntschaften machen können die sich in der Zukunft garantiert noch bezahlt machen.

Scrula am 19.09.2014
Zeit.
Davon ist einige vergangen, bis es hierzu kam. Die Reise war abwechslungsreich. Aufregend, im positiven wie auch negativen Sinne, unerwartet aber auch irgendwo willkommen.

Von der Empfehlung als Model herzuhalten, bis zum ersten Shooting über die anfänglichen Schritte bis hin zu dem Punkt, an welchem man weit genug war. Sich gefestigt genug fühlte den einen Schritt zu machen, der einem so viele weitere eröffnete. Wer mit Interesse, festem Willen und Herz bei der Sache ist, kann es auch zu etwas bringen. Ausser Euch selbst wird es niemand für euch in die Hand nehmen. Also ran da.


Was mich anbelangt, habe ich noch eine Menge vor.

Und verdammt soll ich sein, wenn es hier aufhört.

Denn jetzt fängt es erst richtig an, die offizielle Seite ist salonfähig!
Scrula am 07.09.2014